Liebe Leserinnen, lieber Leser
Wir hoffen, Sie sind voller Vorfreude ins neue Gartenjahr 2025 gestartet. Endlich wird es draussen wieder wärmer: April startet gleich mit einem Wetterhoch durch, und dies treibt nicht nur uns Gärtner*innen raus, sondern auch viele unsere Gartenhelfer*innen werden wieder tätig. Hummeln, Käfer, Schmetterlinge, viele Bienen sind wieder, wie wir, im Garten unterwegs. Welch eine Freude ist es, wenn die Natur wieder aus ihrem Winterschlaf erwacht. Die Wildbienen schauen wir uns im Juni zusammen mit Fabian von Mentlen näher an. Mehr dazu weiter unten im Text. Auch in diesem Newsletter setzen wir unsere Porträtreihe wieder fort:
Name: André Voskuil
Mitglied bei Bioterra seit: 2023
Seit 2004 lebe ich als Niederländer in der Schweiz. In 2022 habe ich mir mein erstes Hochbeet angelegt und mein eigenes Gemüse darin angebaut. Seitdem betrachte ich meine üppige Ernte als Anfängerglück: Bei meiner ersten Ernte, kurz nachdem ich als Unternehmenssteuerberater in den Ruhestand ging, gelang mir fast alles: verschiedene Tomaten, Palm- und Federkohl, Kohlrabi, Randen, Lauch, Peperoncini, Auberginen, Rucola, Salate. Von Bedrohungen wie Nacktschnecken, Blattläusen, Raupen, Mäusen, Mehltau, Rost oder dergleichen hatte ich keine Ahnung. Danach hat mich die Realität sozusagen eingeholt, und ich habe gelernt, dass es im Garten viel mehr braucht als nur Glück, nämlich den Mut, Neues auszuprobieren.
Deswegen habe ich großen Respekt vor unseren Gemüsegärtnern, die von diesem Mut abhängig sind. Mein Abendessen leidet unter dem Ausprobieren nicht.
Meine Rolle in der RG: Beitrag zum Mitglieder-Newsletter und administrative Verwaltung der Gruppe.
Familie: Glücklich verheirateter "Empty-Nester" (mit drei Söhnen).
Lieblingsreiseziel: Alle Orte, die per Auto von der Schweiz aus erreichbar sind, interessieren mich. Seit 2019 benutze ich keine Flugzeuge mehr und versuche, dies so lange wie möglich fortzusetzen.
Meine Lieblingspflanze: Die Sal-Weide (Salix), weil sie einheimisch ist, früh im Jahr (März, April) zur Blüte kommt und dann eine nützliche Nahrungsquelle für unsere Bienen bietet. Sie können mich und die Sal-Weide in der Bioterra Ausgabe März 2025 auf Seite 63 bewundern.
Mein Lieblingsgemüse: Als Flexitarier mag ich viele Gemüsesorten. Besonders Rosenkohl, Kefen, Puffbohnen und verschiedene Selleriearten (Stangen- und Knollensellerie) sowie Pilze, weil sie so unheimlich vielseitig sind. Dazu eine Idee von Nigel Slater wie man einfach mit Rosenkohlblättern eine geschmackvolle Mahlzeit bereiten kann:
Nigel Slater’s Rezept für Rosenkohlblätter und Fregola
Zutaten:
• 1 Liter Wasser
• 10 g getrocknete Pilze
• 200 g Fregola
• 100 g Parmesan
• 200 g Rosenkohlblätter oder Wirsing
• 30 g Butter
• Salz & Pfeffer
Zubereitung:
1. Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, Pilze hineingeben, 15 Minuten ziehen lassen.
2. Pilze herausnehmen, grob hacken. Die Pilzbrühe erneut aufkochen, salzen und Fregola 12-15 Minuten garen.
3. Rosenkohlblätter in feine Streifen schneiden.
4. Butter in einer Pfanne schmelzen, Blätter darin 1-2 Minuten sautieren.
5. Fregola abtropfen lassen, zu den Blättern geben. Parmesan und Pfeffer untermengen. Sofort servieren.
Der Trick
Fregola, das sardische Couscous, ist in den meisten italienischen Lebensmittelgeschäften und vielen Naturkostläden erhältlich. Es hält sich gut und lohnt sich, auf Vorrat zu kaufen. Der Name stammt von fricare, dem lateinischen Wort für „reiben“, was auch der Ursprung des Wortes „Reibung“ ist. Die kleinen Kügelchen aus getrocknetem Teig sind eine nahrhafte Ergänzung für jede Suppe.
Die Variante
Mangoldblätter, spitze Spinatblätter (nicht die runden „Salat“-Blätter, die in Beuteln verkauft werden) oder Cavolo Nero eignen sich gut als Ersatz für die Rosenkohlblätter in diesem Rezept. Wenn an deinen Rosenkohlblättern kleine Röschen hängen, breche ich sie ab und wirf sie mit den Blättern in die Pfanne.
Kleines Rosenkohlporträt:
• Ab Mitte April sollte man die Setzlingen in nährstoffreichen Boden in Abstand von mindestens 50 cm pflanzen. Im Hochsommer erreicht die Pflanze die Volle Grösse.
• Im Spätherbst bilden sich die Sprossen und sobald die Röschen zwei bis drei cm dick sind, kann man sie laufend bis zum nächsten Frühjahr ernten. Nach dem ersten Frost schmeck der Rosenkohl am besten.
Garten- und Balkontipps für den April:
✔ Gemüse vorziehen: Tomaten, Paprika, Aubergine und Gurken auf der Fensterbank oder im Gewächshaus vorziehen.
✔ Kräuter pflanzen: Schnittlauch, Petersilie, Majoran, Salbei, Estragon und Minze gedeihen gut im Topf.
✔ Blumen setzen: Stiefmütterchen, Primeln und Vergissmeinnicht sorgen für Farbe.
✔ Nistkästen kontrollieren: Vögel beginnen mit dem Nestbau.
✔ Wildbienen unterstützen: Legen Sie eine Wildbienen-Nisthilfe an oder überlegen Sie frühblühende Pflanzen wie Lungenkraut, Taubnessel oder Traubenhyazinthen zu setzen.
Viel Freude beim Gärtnern, mit dem Rezept und einen blühenden April wünscht euch
André