S A I S O N Tipp des Biogärtners DIE VERGESSENE FRUCHT Mispeln Mespilus germanica waren früher weit verbreitete Fruchtbäume. Es gibt gute Gründe, sich den anspruchslosen, dicht verzweigten Klein- baum, der nicht mit der Japanischen Wollmispel Eriobotrya japonica zu verwechseln ist, wieder in den Garten zu pflanzen. Mit einer Höhe von drei bis vier Metern passt er auch in kleine Gärten. Im Mai erfreuen sich die Insekten an den grossen, weissen Blüten, aus denen sich dann im Herbst die apfelförmigen, olivbraunen Früchte entwi- ckeln. Diese sind allerdings erst nach Frosteinwir- ken geniessbar. Die dunkelgrünen Laubblätter mit filzig behaarter Unterseite verfärben sich im Herbst orangegelb. Die Mispel bevorzugt zwar nährstoffreiche Böden an einem sonnigen bis halbschattigen Standort, kommt aber zur Not auch mit steinigen, feuchten Böden zurecht. Stefan Suter, Biogärtnerei Metamorfosis, Dicken, www.metamorfosis.ch Weihnachtsstern WIE ER WIEDER BLÜHT Er ist sowohl in Weiss und Grün als auch in Rot und Grün eine beliebte Zimmerpflanze im November und Dezember. Leider leidet der Weihnachtsstern Euphorbia pulcherrima, wie viele der tropischen Gewächse, im Winter unter Lichtmangel oder fault durch zu viel Giesswasser. Wer ihn gesund über die Festtage retten will, pflegt ihn wie folgt weiter: Nachdem die farbigen Hochblätter abgefallen sind, wird die Pflanze im Frühling etwas zurückgeschnitten und in frische Erde getopft. Gänzlich ergrünt, kann man die Pflanze an einem schattigen Ort im Freien übersommern. Damit sie zum nächsten Fest wieder blüht, muss man sie zuvor acht Wochen mindestens zwölf Stunden täglich mit einem übergestülpten Karton im Dunkeln ruhen lassen. Winterschnitt TABU VOR WEIHNACHTEN Der letzte Abfuhrtermin von Grünabfällen ist den Pflanzen oft ein arger Schicksalsschlag. Man hüte sich darum vor zu frühem Schnitt! Er entzieht den Gehölzen die Reservestoffe, die sie im Spätwinter zum Überleben bräuchten. 6 B I O T E R R A 7 / 2 0 1 9 F O T O S : G A P - P H O T O S , Z V G