Tomaten vom Feinsten

tomaten_trudi.jpgTrudi Borsos hat sich als Tomatenkönigin einen Namen gemacht. Auch in diesem Jahr bieten wir unseren Leserinnen und Lesern Samen aus dem Schatz der Biogärtnerin an. Dazu gibt Trudi Borsos Tipps, wie sich die Tomatenernte steigern lässt. Zum Beispiel mit hausgemachter «Terra preta». 

Von Ute Studer

Tomaten sind das Trendgemüse schlechthin. Die Liebesäpfel oder Paradiesfrüchte, wie die Nachtschattengewächse auch genannt werden, präsentieren sich denn auch in einem Farbreigen, der seinesgleichen sucht: von Rot bis Rosa, von Gelb bis Grün, von Weiss bis Schwarz. «Bioterra»-Leserinnen und Leser haben wiederum die Möglichkeit, erlesene
Tomatensamen von Trudi Borsos, der Tomatenexpertin aus Kroatien, zu bestellen. Da es sich um sehr ausgefallene Sorten einer Hobbygärtnerin handelt, ist die Menge begrenzt. Letztes Jahr war das Saatgut nach wenigen Tagen ausverkauft, sodass leider nicht alle Bestellungen berücksichtigt werden konnten, obwohl es doppelt so viele Samen gab wie im Vorjahr. Die 15 Sorten, die wir dieses Jahr anbieten, sind robust und vieltragend. Einige davon eignen sich speziell für die Topfkultur. Wichtig ist, dass Tomaten nicht vor Mitte März ausgesät werden sollten. Falls die Licht- und Wärmebedingungen auf der Fensterbank vor diesem Termin nicht ideal sind, kann sich die Keimung verzögern oder ganz ausbleiben.

Neues von der Tomatenfrau
Als «Tomatenkönigin» wurde Trudi Borsos von der kroatischen Presse tituliert, als diese im vergangenen Jahr über Borsos Tomatentauschfest berichtete. Neben dem Anbau von über 300 Sorten tüftelt die Biogärtnerin immer wieder neue Methoden aus, um ihre Gartenschätze optimal wachsen zu lassen. Seit einigen Jahren gehört dazu die Anwendung von Pflanzenkohle, die sie selbst herstellt. Als Anregung diente ihr «Terra preta de Índio», eine fruchtbare Schwarzerde, bei der ein wichtiger Bestandteil die Holzkohle ist. Die Pflanzenkohle besitzt eine ausgezeichnete Speicherfähigkeit für Pflanzennährstoffe und ist ein gutes Habitat für  Mikroorganismen und Pilze, die sich darauf ansiedeln und durch die Umsetzung organischen Deckmaterials die Bodenfruchtbarkeit fördern. Die Pflanzenkohle gewinnt die Biogärtnerin durch Köhlern von Abfallprodukten ihres Gartens wie Baumschnitt, Stroh, Heu, Sägespäne oder Nussschalen. Sie gräbt ein Erdloch von 30 cm Tiefe, in das sie unten eine Lehmschicht einbringt. Der Lehm ist wichtig für die Herstellung der «Terra preta», da er durch die Hitze zu kleinen Tonpartikeln brennt, die später in der Erde eine grosse Wasseraufnahmefähigkeit haben. Darauf wird das Material geschichtet und angezündet. Wenn das Holz gut brennt, wird das Ganze mit lehmiger Gartenerde etwa 7 cm dick abgedeckt, bis kein Rauch mehr herausdringt. Nach etwa vier Tagen wird die Holzkohle mit den Tonstückchen entnommen. Mit den Gummistiefeln lassen sich diese zu feinem Granulat zertreten, das in dünnen Schichten beim Aufsetzen des Komposts zugegeben wird. Dieser Kompost wird im Garten ausgebracht, um die Bodenfruchtbarkeit zu steigern. Zusammen mit der Methode des Dauerkomposts wird so eine sehr lebendige Erde erzeugt. Der Gartenboden ist ständig mit dicken Heuschichten und anderem organischem Material bedeckt, das ein Austrocknen oder Ausschwemmen des Bodens verhindert. «Der Dauerkompost bringt viele Regenwürmer in den Boden, die nachts das organische Material in ihre Gänge ziehen und zusammen mit Mineralerde in fruchtbaren Humus umwandeln», erklärt Trudi Borsos und zeigt auf die vielen Kothäufchen auf dem Tomatenbeet. «Wenn ich meine Tomaten pflanze, gebe ich eine Handvoll hauseigene «Terra preta» mit ins Pflanzloch. Dann giesse sie ausgiebig mit Brennnesseljauche und setze die Jungpflanzen schräg ein. Abgedeckt werden sie mit Kompost und Heu. So hätten alle Pflanzen ohne Giessen den heissen Sommer 2017 überstanden. «Ich ziehe einen Haupttrieb hoch und binde ihn an; andere Triebe ranken einfach über das Heu. So habe ich eine reiche Ernte.» Und genau dies wünscht Trudi Borsos allen, die Pflanzen aus ihren Samen ziehen.

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Schwarze Erde – Terra preta de Índio
Die, wörtlich übersetzt, schwarze Erde der Indios ist eine dunkle, sehr fruchtbare Erde, die die Urbevölkerung im Amazonasbecken hergestellt hat, indem sie Küchenabfälle, Holzkohle, organische Stoffe, Knochen, Gräten und menschliche und tierische Fäkalien in grossen Tongefässen unter Luftabschluss fermentierten und dann in ihren Waldgärten ausbrachten. Die schwarzen Böden erhalten sich selber und wachsen sogar durch ständige Bedeckung des Bodens mit organischem Material.

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Leserangebot: Samen von 15 besonderen Tomatensorten

Wir bieten unseren Leserinnen und Lesern Saatgut von 15 Tomatensorten aus Trudi Borsos’ Garten an. In jedem Päckchen sind mindestens 5 Samen einer Sorte. Da es sich um Raritäten handelt, ist das Angebot mengenmässig beschränkt. Maximal können 7 Päckli bestellt werden. Eine Samentüte kostet 2 Franken. 

Das Saatgut kann via Talon in der «Bioterra»-Ausgabe Januar/Februar 2018 bestellt werden. Bitte legen Sie den Bestellwert in Briefmarken bei, inkl. frankiertes Rückantwortcouvert. Rechnungsbetrag bitte in Briefmarken in einem frankierten und adressierten Rückantwort-Couvert beilegen. Es wird keine Korrespondenz geführt.