Artenvielfalt im Naturgarten

17. Januar 2020 | Naturgarten-Profis


Eine naturnahe Gartengestaltung lohnt sich in vielerlei Hinsicht. Dass sie sich sehr positiv auf die Biodiversität auswirkt, zeigt ein wunderbar bebilderter Erfahrungsbericht der Naturgarten-Besitzenden Vreni Förtsch und Martin Müller.

«Die Rauchschwalben füttern die Jungen im Quartier und trinken Wasser am Teich; was für ein Spektakel, wenn die Jungmannschaft diese Technik erstmals übt und so richtig ins Wasser klatscht, statt elegant nur kurz im Vorbeiflug mit dem Schnabel ins Wasser einzutauchen. Mittlerweile gibt es eine Familie, die dies immer so tut - wohl zur Gefiederpflege. Wir nennen sie ‹Ränzlerschwalben›.» Diese und ganz viele andere emotionalen und spannenden Begegnungen spielen sich im Garten von Vreni Förtsch und Martin Müller ab. Wenn die beiden von ihrem ganz persönlichen Paradies und der darin vorkommenden Artenvielfalt schwärmen, kann man sich die geschilderten Szenen sehr bildlich vorstellen. Und man möchte sich gerne zu ihnen auf ihren Beobachtungsposten gesellen.

(Bilder: Vreni Förtsch & Martin Müller)

Biodiversität planen und fördern

Es kommt nicht von ungefähr, dass sich in ihrem Garten so viele Tiere wohl fühlen. Ganz grundsätzlich tun sie dies, weil er ihnen Unterschlupf gewährt und als Futterquelle dient. Er wurde sehr bewusst nach naturnahen Grundsätzen gestaltet. Das heisst, das Paar wählte einheimische Pflanzen, die robust und an unser Klima angepasst sind und keine Pestizide benötigen. Ausserdem gibt es viele Kleinstrukturen – Holzbeigen, Asthaufen, Hecken und Obstbäume, eine Trockenmauer mit Sandanteilen, einen Teich mit Unterwasser- und Uferbepflanzung, Pionierflächen, Trocken- und Riedwiesen, künstliche Nisthilfen für Vögel und Insekten an Gebäuden und in Obstbäumen – für die Aufzucht ihrer Jungtiere.

(Bilder © Salamander Naturgarten AG | Fotograf: Benedikt Dittli)

Für die Umgestaltung ihres Gartens vor gut drei Jahren haben Vreni Förtsch und Martin Müller mit Naturgarten-Spezialisten – dem Bioterra-Fachbetrieb Salamander Naturgarten – zusammengearbeitet. Unter anderem bestand nämlich die Herausforderung in einem optimalen Zeitplan, so dass bereits vorhandene Tiere ihre Biotope nicht verlieren würden. Und es bedurfte Fachwissens um eine gute Kombination einheimischer Pflanzen, damit die Artenvielfalt an den jeweiligen Standorten langfristig erhalten bleibt.

Die Liste der tierischen Gäste, die seit der Umgestaltung zu beobachten sind, ist lang. Generell habe die Artenvielfalt sehr stark zugenommen. Zum Beispiel sei ein Igel während des ganzen Sommers jeden Abend aus seiner «Mietwohnung» in der Trockenmauer auf Futtersuche losmarschiert, erzählen die beiden aufmerksamen Observierer. Oder man sähe Fuchs und Dachs, Fledermäuse, Grasfrösche, Erdkröten und Bergmolche, Heuschrecken und Libellen – um nur eine Auswahl zu nennen. Und der Teich mit den flachen Uferzonen habe sich als Anziehungspunkt bei vielen Vögeln der Umgebung herumgesprochen. Sie trinken Wasser, suchen nach Insekten oder Pflanzensamen und es wird ausgiebig gebadet. Die Eidechsen hätten die Trockenmauern rasch entdeckt. Die Population habe sich deutlich vergrössert und sich über den gesamten Garten ausgebreitet. So fänden im Frühjahr heftigste Revierkämpfe zwischen den ausgewachsenen Männchen statt.

(Bilder: Vreni Förtsch & Martin Müller)

Für Vreni Förtsch und Martin Müller ist ihr Naturgarten, in dem sie auch unbehandeltes Gemüse und Obst selber ziehen und es später geniessen, ein Ausgleich zum hektischen Arbeitsleben. Durch ihn können sie der Natur nahe sein und die Tiere und Pflanzen im Biotop vor der Haustüre jederzeit studieren. Sie bezeichnen sich selber als «ausdauernde und sehr gute Beobachter». Diese Gabe widerspiegelt sich in den wunderbaren Bildern der beiden Hobby-Fotografen, die sie allesamt in ihrem Garten aufgenommen haben. Es gibt wohl keinen besseren Beweis dafür, dass es sich lohnt, den Garten naturnah zu gestalten und damit für unzählige Tierarten eine Heimat zu schaffen, in der sie sich wohl fühlen.

(Bilder: Vreni Förtsch & Martin Müller)

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