Ysop - der heilende schöne

«Ist die Leber durch Traurigkeit krank, so koche er Junghühner mit Ysop und er esse sowohl den Ysop wie auch dieses Junghähnchen oft und die Traurigkeit weicht . . .», so die Äbtissin Hildegard von Bingen. Ysop Hysope officinale wurde nicht nur von der bekannten Ordensfrau geschätzt, sondern auch von vielen weiteren Heilkundigen wie Sebastian Kneipp oder Alfred Vogel. Von Ysop verwendet man das blühende Kraut und die jungen Blätter. Wegen seiner verdauungsfördernden und leberstärkenden Wirkung wird er in der Küche zu fettreichen Speisen geschätzt. Er wird aber auch in Likör-, Tee- und Räuchermischungen eingesetzt. Auch bei den Bienen ist Ysop als Nektarpflanzesehr beliebt. Ob der bei uns bekannte Ysop identisch ist mit dem in der Bibel erwähnten, ist bei Botanikern umstritten. Sicher ist, dass sich der Name aus dem Hebräischen ezop herleitet und heiliges Kraut bedeutet. Aus seiner ursprünglichen Heimat im Mittelmeerraum wurde er bereits im frühen Mittelalter in die Klostergärten der Alpennordseite gebracht. Ysop liebt einen trockenen, kiesigen Standort an voller Sonne. Mit seinen leuchtend dunkelblauen Lippenblüten und seiner langen Blütezeit von Juli bis Oktober ist er ein attraktiver Kleinstrauch im Kräutergarten. 

Bezugsquelle:
Markus Neubauer, Biogärtnerei und Naturgärten, 8586 Erlen, www.neubauer.ch

Quelle

Zeitschrift «Bioterra»,
Juli/August 2015
(Freitag, 16. September 2016)
Kategorie: 
Kräuter - Heilkräuter