Gartenwissen

Samen, die Kälte mögen

Der frostige Winter ist Mensch, Tier und Pflanze ein Graus. Es gilt, die Kälte zu überstehen. Wir isolieren uns in Daunenjacken und heizen. Anderen Warmblütlern wächst ein dichter Winterpelz. Sie hoffen, dass der angefressene Winterspeck ausreicht. Winterschlaf und Winterstarre helfen, Reserven zu sparen. Pflanzen ziehen sich staudig in den fast frostfreien Boden zurück, werfe Gefährdetes, wie Blätter, ab und reichern im Zellsaft als Frostschutzmittel wirkende Substanzen an. Kaltkeimer verlegen den Beginn einer neuen Generation, das Auflaufen ihrer Samen, in die Zeit nach dem Frost. Die Begriffe Kalt- und früher Frostkeimer sind nicht gut gewählt, da eigentlichen Keimung weder Kühle noch Minustemperaturen erwünscht sind. Die Samen laufen bei einer bestimmten Temperatur, ausreichender Feuchtigkeit im Dunkeln oder auch im Licht auf, nachdem sie kalte, widrige Zeiten verschlafen haben. Pflanzensamen sind, wie Insekteneier, von allen Lebensstadien am besten gefeit gegen widrige Umwelteinflüsse. Im Boden harren sie Jahre und Jahrtausende aus,  sie überleben Wüsten- und Samentütchen- Trockenheit, manche schwimmen über Ozeane, ohne unter Feuchtigkeit und Salz zu leiden. Einige brauchen die Hitze eines Waldbrandes, damit sich ihre Samenschale öffnet. Und im Svalbard Global Seed Vault, der gewaltigen Genbank im Permafrostboden Spitzbergens, hofft man die Samenschätze der Welt bei minus 18 °C für alle Zeit erhalten zu können. Den gesamten Artikel finden Sie im aktuellen Heft.

Quelle

Zeitschrift «Bioterra»,
Ausgabe 7/18
(Donnerstag, 01. November 2018)
Kategorie: 
Gartenpraxis