G a n z j a h r e s g a r t e n Ganzjähriger Treffpunkt: Ob Sommerabend oder Silvester-Apéro, an der Feuerstelle kommt die Familie zusammen. «Unser Garten soll nicht nur hübsch aussehen, sondern als Familie gemeinsam erlebt werden.» Draussen essen: Wann immer es geht, wird der Esstisch ins Freie verlegt. Von Sandra Weber er Name täuscht: Das «Äussere Sommerhaus» bei Burgdorf mag zwar ein Haus für den Sommer sein. Allerdings ist es auch eins für den Herbst, den Winter und den Früh- ling. Dafür haben Marina Saladin und Andreas Buri gesorgt, seit sie in das alte Försterhaus mit der idyllischen Anschrift gezogen sind. Ihr Haus, beziehungsweise ihr Garten, soll nämlich rund ums Jahr ein Ort sein, der nicht nur hübsch aussieht, sondern auch genutzt und belebt wird. Zeigen sich im Frühling Krokus, Trauben- hyazinthen und Duftveilchen im Garten, ist der Lieb- lingsplatz der mittlerweile fünfköpfigen Familie an der Ostseite des Hauses, gut geschützt vor der kalten Bise, beim Sitzplatz neben dem Sandkasten der Kinder, wo nach Herzenslust gebuddelt wird. Von hier hat man auch den besten Blick auf die blühende Hecke aus Wildobststräuchern, wo sich nicht nur Bienen und Hummeln tummeln, sondern auch Meisen, Amseln und Hausrotschwänzchen nisten. Die Hühner, die den Winter über lieber im charmanten, selbst gebauten Hühnerstall mit begrüntem Dach blei- ben, kommen jetzt zum Scharren und Picken raus, vor allem wenn die Kinder erste frische Wildkräuter aus dem Garten bringen. Im Sommer ist der Charme des Gartens offensichtlich: Dann ist der Badebrunnen neben dem grossen Sitzplatz mit der Feuerschale Lebensmittelpunkt. Nachts schläft man auch mal auf dem Eichenpodest unter den Buchen, beobachtet am Morgen Molche und Libellen am Mini- teich in der Wasserschale und erntet laufend frisches Gemüse: Fenchel, Gurken, Salate, die zwischen Ringel- blumen und Kosmeen wachsen. In den Staudenbeeten blühen Wiesenraute Thalictrum, Wilde Möhren, Blut- weiderich, Wiesen-Flockenblumen und Wirbeldost, und Andreas Buri verbringt seine Mittagspause am liebsten im Liegenetz unter der Himalaya-Birke, welches er eigentlich für seine Kinder gebaut hat. Von Kürbissen und Mammutbäumen Im Herbst wandern die Farben aus den verblühten Stau- denbeeten in die Kronen der zahlreichen Bäume: Wer sich jetzt auf die Schaukel unter den beiden Sumpf- eichen setzt, kann in ein gelbes, oranges und feuerrotes Blättermeer schauen. Auch die verschiedenen Buchen- und Ahornarten, allen voran der Japanische Ahorn vor dem Haus, kleiden sich neu ein. Ein besonderer Liebling der Familie ist der Urweltmammutbaum Meta- sequoia glyptostroboides, der sich ähnlich wie die Lärche im Herbst erst goldorange färbt und dann die Nadeln | B i o t e r r a 7 / 2 0 2 6 15