S o m m e r g a r t e n In diesem Gemüsebeet mit blühendem Rhabarber und Fingerhut gärtnert eine Nachbarin von Maja. «Mein Credo: So wenig wie möglich giessen! Nur Gemüse kriegt regelmässig Wasser.» aller Schönheit: «Wir werden sie bändigen müssen», sagt Maja Coletti, «und zwar radikal zurückschneiden.» Von Kindesbeinen an im Garten Auch Efeu ist in einige Bäume geklettert und umarmt diese innig. «Es heisst, Efeu mache den Baum kaputt», so Maja, «aber bei uns geht es interessanterweise jenem alten Boskoop-Baum mit dem meisten Efeu am besten.» Efeu, erzählt sie, biete Nahrung und Unterschlupf für 235 Tierarten. Von den Vögeln, die im Frühling die Beeren naschen, bis zu den Insekten, die ab September den Nek- tar in den Efeublüten holen. Und die vielen hundert Sämlinge, die dabei zwischen den Stauden entstehen? «Staudenrabatten unter einem Efeubaum sind tatsächlich weniger praktisch», sagt sie lachend, «aber dann jäte ich halt.» Ob praktisch oder nicht: Wenn Maja Coletti eine Rabatte genau unter einem Efeubaum anlegen möchte, dann lässt sie sich nicht davon abhalten. Das Argument «Das gibt aber zu tun» verstehen Menschen wie sie nicht. Wir suchen nach einer Sitzgelegenheit, von denen es in diesem Garten über 30 verschiedene Möglichkeiten gibt, und setzen uns an einen Tisch unter der Kletterrose ‘Di- rektor Benschop’. Maja schwärmt vom «Herrn Direktor», einem Kauf aus purer Liebe, «weil er einfach so wunder- schön ist mit seinen markanten Staubgefässen». Ein per- fekter Ort, um über ihre Liebe zu Pflanzen zu sprechen. Maja ist im zehn Kilometer entfernten Läufelfingen aufgewachsen. Mit grossem Garten, Pflanzblätz und Obst- bäumen. Als Kind liebt sie die Gärten zum Spielen, aber in die Welt der Pflanzen und Blumen taucht sie erst während ihrer Lehre als Floristin so richtig ein. Mit 19 Jahren zieht sie nach Tecknau zu ihrem damaligen Freund und heutigen Ehemann, wo auch dessen 84-jährige Gross- 14 B i o t e r r a 4 / 2 0 2 6 |