V i e l f a l t s g a r t e n «Dank des Gewächshauses können wir wärmeliebende Pflanzen wie Tomaten anbauen.» Die Gartenperle von Mogelsberg aus der Vogelperspektive. Von Sandra Weber esonders war schon der gärtnerische An- fang von Evelyn und Urs Krapf: «Als wir vor 21 Jahren hierher nach Mogelsberg zogen, lud meine Frau einen Topf mit Brennesseln in den Umzugswagen. Die hatte sie extra ausgegraben, um sie im neuen Garten einzupflanzen», erinnert sich Urs Krapf und schmunzelt. Der zu- künftige Garten war damals noch ein fast unbeschriebenes Blatt: «Golfrasen, von ein paar Ziergehölzen gesäumt, das wars», sagt Evelyn Krapf. Die Familie mit schon bald vier Kindern, zwei Katzen und einer Schar Hühner brachte aber neues Leben in die vormals nur als Ferien- haus genutzte Liegenschaft. Als Erstes musste ein Gross- teil der Gehölze, vor allem Thuja, weichen. Evelyn und Urs Krapf– seit Jahrzehnten Bioterra-Mitglieder – er- setzten sie durch einheimische Wildobstgehölze wie Hartriegel, Kornelkirsche, Hasel, Holunder, Schwarz- dorn, Sanddorn, Gemeinen Schneeball, Weissdorn und Berberitze. Gleichzeitig wurde der Rasen Stück für Stück in Beetflächen umgewandelt. Was blieb, entwickelte sich mittels Einsaaten von selbst gesammelten Blumensamen bald zur Wildwiese. Evelyn Krapf, die schon als Kind ein Herz hatte für alles, was duftet und blüht, bepflanzte die neuen Flächen mit einer kunterbunten Mischung aus einheimischen Wildstauden, Kräutern, Heil- und Färber- pflanzen – und natürlich mit ihren geliebten Brennnes- seln, die sie für Tees und in der Küche braucht: «Brenn- nesseln gehören für mich zu den wertvollsten Wild- stauden überhaupt. Ihre Triebe, Blätter und Samen ent- halten wichtige Vitamine, Mineralien, Proteine und Omega-6-Fettsäuren.» Immer aber lasse sie beim Schnei- den einen Teil der Pflanzen stehen: «Sie sind lebensnot- wendig für viele Schmetterlingsarten und ihre Raupen.» Ein kunterbunter Gemüsegarten Auf dem rund 1500 m2 grossen Grundstück fanden nach und nach auch zahlreiche Obstbäume wie Weichseln, Kirschen, Mispeln, Zwetschgen und verschiedene Ap- felsorten sowie Beeren aller Art Platz. An der sonnigsten Stelle des Gartens legte Urs Krapf einen grossen Gemü- segarten an. Nebst allerlei Gemüse, einige davon seltene, von Pro Specie Rara betreute Sorten, wächst hier auch eine Vielfalt von einjährigen Blumen wie Ringelblumen, Mohn Papaver somniferum, Jungfer im Grünen Nigella damascena oder Himmelsleitern Polemonium caeruleum, die sich grösstenteils selber ansiedeln. «Uns gefällt der farbige Gemüsegarten. Er zieht Bestäuber an und ver- wirrt Schädlinge», erklärt Urs Krapf. Einige Gemüsesor- | B i o t e r r a 3 / 2 0 2 5 21