A D V E N T Von Sandra Weber Rot, Gold, Grün – das sind für die meisten Leute die klassischen Weihnachtsfarben. Vielleicht noch Silber und Weiss. Für Anita Leuthold sind es dunkle Rottöne bis Pink, während ihre Kundschaft Orange bevorzuge. «In der dunklen, grauen, oft noch schneelosen Frühwinterzeit braucht es doch warme, fröhliche Farben», meint die Floristin und Inhaberin des Winterthurer Blumen- geschäfts Wilde Blumen. «Weiss und Silber wirken zwar sehr elegant, aber doch eher kühl. Dekorierte sie ihren Laden zu dieser Jahreszeit nur in Eis- und Schneefarben, müsste sie wohl mit Umsatzeinbussen rechnen, so Leuthold. Die Floristin arbeitet am liebsten mit dem, was die Natur gerade hergibt. Im Winter sind das bei uns ja vor allem Zapfen, Eicheln, Bucheckern, Zweige von kahlen oder immergrünen Sträuchern und Bäumen, trockene Gräser und Samenstände von verschiedenen Stauden. Daraus können hübsche Gestecke und Kränze entstehen, die für etwas Glanz und Glamour mit Silberdisteln und trockenen, silbrig bemalten Frucht- und Samenständen dekoriert werden können. Trotzdem dominieren mit diesen Materialien die Grün- und Brauntöne. Anita Leuthold hängt darum schon im Juli und August Strohblumen Helichrysum bracte- atum an die Decke. Es erinnert sie jedes Mal an ihre Ausbildungszeit an der Gartenbauschule Hünibach, an der ab Juli jeweils die ganze Laube voller Strohblumen hing, damit die Lehrlinge in den Wintermonaten daraus Kränz- chen winden konnten – selbstverständ- lich sei dabei mit Draht und nicht mit der Heissleimpistole gearbeitet wor- den. Schliesslich galt es, das Handwerk zu lernen. «Strohblumen galten lange als altmodisch, wie Rohrkolben und gelbe Schafgarbe», erzählt sie. «Dabei eignen sie sich ideal für weihnächt- liche Kränze und Trockengestecke, weil sie eben etwas Farbe reinbringen.» Farben und Düfte von Blüten und Gewürzen heitern die Stimmung auf in der dunklen Jahreszeit. Zudem verleihen entsprechende Gestecke und Arrange- ments Haus und Garten eine festliche Note. Die Winterthurer Floristin Anita Leuthold zeigt, wie diese mit wenig Aufwand und natürlichen Materialien gezaubert werden können. Anita Leuthold führt in Winterthur ihren Blumenladen «Wilde Blumen», www.wildeblumen.com F O T O : B E K A B I T T E R L I B I O T E R R A 7 / 2 0 1 7 13