Felsenbirne, Bild von Joachim Schnürle auf Pixabay

Angebot einheimische Wildgehölze

Hecken kennzeichnen Übergänge und sind ökologische Spannungsräume. Astride Tanner, Inhaberin der Gärtnerei Astrantias in Schindellegi SZ, vermehrt heimische Wildgehölze aus Samen, die sie am Ursprungsort sammelt. Wir bieten verschiedene davon bei uns im Shop zum Bestellen an.

Von Carmen Hocker

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«Es gibt Menschen, die davon überzeugt sind, die Natur im Griff zu haben. Dabei sind wir das unflexibelste Wesen, das es auf der Erde gibt», sagt Astride Tanner. Die Pflanzenwelt dagegen passe sich an Hitze- oder Kälteperioden erstaunlich schnell an. Besonders beeindruckt ist sie von den einheimischen Sträuchern. Anders als Bäumen schadet es ihnen nicht, radikal auf den Stock gesetzt, fast bodennah abgesägt, zu werden. Wildgehölze haben die Kraft, wieder frisch auszutreiben. Als unsere landwirtschaftlichen Flächen noch von Hecken gesäumt waren, wurden diese zur Verjüngung regelmässig auf den Stock gesetzt, um schon im Folgejahr wieder dichtes Gebüsch zu bilden.

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Überlebenskünstler Wildgehölz

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Während die Gärten immer kleiner werden, bleibt der Wunsch nach Freiraum zum Spielen bestehen. Die Antwort darauf ist meist Rasen und Hecke. «Gemischte Wildsträucherhecken sind eine schöne und wertvolle Alternative zu eintönigen Thuja- und Kirschlorbeerhecken», gibt Astride Tanner zu bedenken. Ist der Platz sehr begrenzt, kann man die Hecke alle zwei Jahre zurückschneiden, damit sie ein ebenso schmales Band bildet wie jede andere Schnitthecke auch. Je raumgreifender sich die Gehölze entfalten dürfen, je dichter und stacheliger sie sind, umso mehr ist die Hecke auch Lebensraum für die einheimische Tierwelt. Der deutsche Biologe Bruno P. Kremer stellt das Zusammenspiel einer typischen Flurhecke in seinem Buch «Kulturlandschaftenlesen» anschaulich dar. Angefangen beim Heckensaum, der Kleinsäugern wie Wiesel und Hermelin Unterschlupf bietet, über die mittlere Ebene, in der sich Tagfalter und Spinnen verstecken, bis hin zu Bruträumen und Sitzwarten für Vögel. Was in der Natur sinnvoll ist, gilt auch im Garten: «Eine Unterpflanzung mit Frühlingsblühern wie Krokus, Winterling und Schneeglöckchen sieht nicht nur ansprechend aus, sie bietet früh ausschwärmenden Wildbienen ein wichtiges Angebot an Nektar und Pollen», weiss Astride Tanner. «Später übernehmen diese Funktion mehrjährige Wildstauden wie Glockenblume, Kartäuser-Nelke, Oregano oder Lichtnelke.»

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Kornelkirsche, Bild von juejuliet auf Pixabay
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Kornelkirsche bei der Blüte im Frühling

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Den ganzen Artikel zu den einheimischen Wildgehölzen, auch mit Pflanz- und Pflegetipps, lesen «Bioterra»-Abonnent*innen bzw. Mitglieder in der Juli/August-Ausgabe 2021 der Zeitschrift.