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Bioterra Claim: FÜR GARTEN, NATUR UND LANDWIRTSCHAFT
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Haben Sie Gartenprobleme?

Unser Gartenberater Urs Streuli beantwortet die Fragen von Bioterra-Mitgliedern und AbonnentInnen rund um den Biogarten ganzjährig per Mail und ist erreichbar unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

Telefonisch erreicht man Urs Streuli von Montag bis Freitag von 7.45 - 11.45 Uhr und von 13.30 bis 16.30 Uhr unter der Nummer 044 454 48 47. Bei Abwesenheit des Beraters bitte die Telefonnummer für einen Rückruf hinterlassen.

 



Wir haben eine sehr sonnen,- wind- und wetterexponierte Terrasse, umzäunt mit einem Stahlzaun. In einigen Bereichen wäre Sichtschutz angebracht, Bambus hat sich jedoch nicht bewährt. Gerne würde ich die Terrasse naturnah mit heimischen Pflanzen begrünen.

Für Arten des sehr in Mode gekommenen Bambus ist eine solche Lage eindeutig zu rau und wechselhaft. Heimische Pflanzen, die Sichtschutz bieten, werden sich auch nur bedingt wohlfühlen. Spontan kommt mir die Wildform der Waldrebe Clematis vitalba in den Sinn. Um Ihre Frage hilfreich beantworten zu können, müsste ich aber Plan, Bilder und Beschreibung vorhandener Gefässe und dem eingefüllten Substrat (Erde) haben. Am besten wäre, Sie könnten einen Naturgärtner auf Ihre Terrasse locken, denn nichts geht bei solchen Fragen über den persönlichen Augenschein. Adressen von Naturgarten-Fachbetrieben in Ihrer Nähe finden Sie unter www. bioterra.ch›Betriebe. Ob am Ende nicht besser mindestens zum Teil nicht einheimische Pflanzen in die engere Wahl kommen, möchte ich aber offen lassen.

 
Ich habe gehört, dass Futterrüben und Pastinaken dasselbe seien. Stimmt das?

Zum Glück stimmt das Gehörte nicht! Pastinaken sind ein wunderfeines Wurzelgemüse aus der Familie der Doldenblütler, also verwandt mit Rüebli und Sellerie. Nach Direktsaat im Mai wachsen sie ganz im Boden versteckt (ausser dem Laub natürlich) und sind absolut winterhart. Im 2. Jahr stängeln sie allerdings auf, deshalb vorher ausgraben und roh oder eher gekocht geniessen. Die Futterrüben (Runkeln) hingegen sind mit Randen und Zuckerrüben verwandt, also Gänsefussgewächse. Sie sind einiges grösser und bauchiger als die Pastinaken, meist orange, und wachsen mindestens zur Hälfte über dem Boden. In manchen Gegenden höhlt man sie im Herbst zu Laternen aus – ohne Blasen an den Händen geht das selten ab. Dann doch lieber dem lieben Vieh in die Krippe zum Fressen legen.

 
Ich wohne in Locarno und möchte einen kleinen Abhang mit Bodendeckern bepflanzen, bevor ich Blütensträucher setze. Was für regional angepasste Bodendecker gibt es, die mit ihren Wurzeln die Erde zusammenhalten, nützlich für (Wild-)Bienen sind ...

... und viel Sonne und Trockenheit ertragen?

An der von Ihnen beschriebenen Lage kommen eigentlich fast nur wasserspeichernde (sukkulente) Pflanzen in Frage. Dabei sind auch in Mittel- oder Südeuropa heimische, Trockenheit und Hitze ertragende Arten aus den Gattungen Sempervivum, Sedum und Thymus (siehe «Flora Helvetica», www.flora-helvetica.ch). Diese blühen alle reich und gestaffelt. Die Nachbarschaft von grossen Sträuchern schätzen sie aber nicht allzu sehr, vor allem wenn diese immergrün sind. Ebenfalls ins Tessiner Klima passen Lavendel und Rosmarin aus dem Mittelmeerraum – alle sind gute Nahrungspflanzen für Blütenbesucherinnen und wurzeln tiefer als die Bodendecker.

 
Bestimmte Pflanzen lieben eher saure Erde wie etwa Himbeeren. Bekommt man die Erde sauer, indem man Asche auf sie streut? Genügt der saure Regen nicht?

Da ‘tschuderets’ den Gartenberater, wenn er einen solch wohlgemeinten Ratschlag zur Beurteilung übermittelt bekommt ... Gut, wenden Sie sich an mich, denn Asche bewirkt genau das Gegenteil, da viel Calcium darin enthalten ist, neben Kalium und sogar Schwermetallen, auch wenn nur sauberes Holz verbrannt wurde.

Meine Empfehlung: Die Asche entsorgen. Ausser bei ganz sandigen Böden, da ist eine Handvoll pro m2 und Jahr nützlich. Allerdings nicht bei extremen Kalkflüchtern wie etwa Heidelbeeren. Um die Erde für die Himbeeren zu verbessern, reicht oberflächlich gestreuter Rindenmulch oder Holzhäcksel aus eher dünnem Holz. Jährlich 2 x flüssigen Eisendünger über die Blätter. Vor einer Neupflanzung in lehmigem Boden diesen gut lockern und zum Beispiel Rindenkompost von Nadelbäumen beimischen. Auf staunassen und sehr tonhaltigen Böden ganz auf Himbeeren verzichten. Wenn Sie unsicher sind, welchen Bodentyp Ihr Garten hat und ob viel Kalk vorhanden ist, senden Sie mir ein kleines Muster (Esslöffel voll aus 15 cm Tiefe genügt).

PS: Das hätte ich fast vergessen: Der Regen ist meist nicht speziell sauer, da nur noch wenig Schwefelsäure in die Luft gelangt.

 
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