| Duftende Kräuter für sommerliche Desserts – mit Leserangebot | | Drucken | |
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Sie erfreuen Gartenfreunde mit betörenden Düften und dekorativen Blüten, und sie beflügeln die Fantasie kreativer Köchinnen und Köche. Kurzum: Niemand möchte Melisse, Duftsalbei, Thymian, Zitronenverveine oder eine der anderen zahlreichen Minzearten in seinem Kräuterparadies missen. Experimentierfreudige zaubern aus den Duftkräutern verblüffende Gaumenschmeichler vom Feinsten. Ich verrate Ihnen gerne meine ganz persönlichen Favoriten, die garantiert auch Ihre Gäste begeistern werden. Alle Rezepte basieren auf frischen Kräutern. Doch zunächst ein paar wissenswerte Tipps für die Kräuterpflege und -küche: Alle erwähnten Sorten lasse ich blühen – einerseits für die Insekten, andererseits, um einige Blüten in der Küche verwenden zu können wie etwa die Duftsalbeiarten. Auch nutze ich fast sämtliche Blüten als essbare Dekoration für Desserts, Getränke und pikante Speisen. Die aromatischen Blätter lassen sich natürlich ebenfalls vielseitig einsetzen. Zitronenverveine beispielsweise eignet sich sehr gut als Alternative zu Zitronengras. Die Duftkräuter erntet man vorzugsweise am späteren Vormittag oder kurz vor der Verwendung. Die Aromen sind in der Regel kurz vor der Mittagszeit am intensivsten, weil die Sonne die ätherischen Öle in die oberen Pflanzenteile treibt. An Regentagen sollte man besser nicht sammeln. Beim Ernten muss man Folgendes beachten, damit die Kräuter wieder gut nachwachsen: Ananassalbei darf man bis Mitte August immer wieder schneiden, danach lässt man die Pflanze in Ruhe, damit sie im September blühen kann. Beim Pfirsichsalbei und bei der Verveine nimmt man einzelne Blätter oder, je nach Grösse, auch kleine Seitentriebe. Bei Thymian, Schokominze und Melisse schneidet man immer die Spitzen der Triebe ab. Vom Zitronenthymian verwendet man ganze Zweige und streift die Blättchen ab. Sämtliche Kräuter erhalten regelmässig, aber mässig etwas Biodünger während der Wachstumszeit. Wichtig auch: Ich danke den Pflanzen jeweils für ihre Gaben, was sie wiederum mir mit üppigem Wuchs danken. Kalter Kräuter-Blüten- Tee mit ZitroneMelisse, Zitronenverveine, Erdbeerminze und vor allem Ananas- und auch Pfirsichsalbeiblätter sowie der aromatische Zitronenthymian eignen sich sehr gut für die Zubereitung von aromatischen kalten Tees – quasi zart duftenden Eistees. Dafür verwende ich für einen Krug von zirka 1 bis 1,5 l Inhalt kaltes Wasser und je eine gute Handvoll frischer Blätter, inklusive Blüten. Dazu kommt der Saft einer Zitrone oder eine gevierteilte Zitrone. 4 bis 5 Esslöffel Birkenzucker oder Agavendicksaft oder einfach einen frischen Zweig Süsskraut beifügen. Alles umrühren und für einige Stunden an kühlem Ort, aber nicht im Kühlschrank, ziehen lassen. Besonders dekorativ wirkt diese Art der Eisteezubereitung in einem Glaskrug. Die Kaltteemethode, wie ich sie nenne, ergibt fein duftende Getränke. Auch Holunderblüten verwende ich gerne zusammen mit Minzeblättern. Vor dem Servieren lege ich jeweils eine Blüte, zum Beispiel einer Duftgeranie, oder einen frischen Zweig der Ananassalbei mit Blüten ins Glas. Rahm aromatisierenEine andere sehr einfache und leckere Art, Süssspeisen mit aromatischen Gewürzpflanzen zu parfümieren, ist das Einlegen derselben in Rahm. Dafür verwendet man für 2,5 dl Rahm eine gute Handvoll Blätter beispielsweise von Zitronenthymian, Verveine, Melisse oder Duftgeranie, und lässt das Ganze über 24 bis 36 Stunden im Kühlschrank ziehen. Der zarte Duft überträgt sich auf den Rahm und aromatisiert die Speisen. Statt Rahm würze ich mit dieser Methode auch Weisswein, mit dem ich eine Zabaione zubereite. Aus dem Parfümrahm lässt sich, je nach Lust, zum Beispiel eine Panna cotta herstellen, oder man schlägt den Rahm steif und mischt ihn unter einen vollmundigen Bio-Vollmilchquark, gibt Zucker hinzu und würzt die Nascherei mit Blüten des jeweiligen Krautes. Der Rahm eignet sich auch als Basis für die Zubereitung von Parfaits. Die fertigen Desserts garniere ich, je nach Verfügbarkeit, mit farbigen Blüten des Pfirsichsalbeis oder mit anderen Kräutern.
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