| Schmeichelnde Weidenkätzchen | | Drucken | |
|
Es ist Anfang Februar. Wärmende Sonnenstrahlen tauchen die bereits voll erblühte Reifweide in goldenes Licht. Die Kätzchen mit den leuchtend gelben Pollen bewirken einen regen Flugbetrieb vor unserem Haus. Das von harmonischem Summen und Surren begleitete Treiben wird von Passanten staunend wahrgenommen. Beim Vorübergehen erhalten sie durch den zartblumigen Duft zugleich einen Vorgeschmack auf Frühling. Früh blühende Weiden bieten meist die ersten Nektar- und Pollenquellen nach kargen Wintermonaten. Weidengewächse sind ein Geheimtipp – nicht nur für Bienen und Bienenfreunde. In der Schweiz gibt es schätzungsweise rund 27 Arten heimischer Weidengewächse. Weltweit sollen es über 400 Vertreter der Gattung Salix sein, unzählige Kreuzungen und Sorten nicht eingerechnet. Dabei ist die Mannigfaltigkeit immens. Nur schon in der Form gibt es extreme Unterschiede: vom wenige Zentimeter hoch wachsenden Kriechsträuchlein über den Kleinbusch bis zum stattlichen Baum von über 20 Meter Höhe. Auch die Blattformen und -farben überraschen durch Vielfalt. Ebenso die Blütenstände, deren zahlreiche Einzelblüten das ährenförmige Kätzchen bilden.Aber nicht alle Weidenarten sind Frühblüher und zeigen ihren Flor vor der Blattentwicklung. Gewisse Arten entwickeln ihre Kätzchen parallel zum Blattaustrieb von Mai bis Juni. Andere wiederum bilden sie erst nach der Entfaltung des Laubes aus. Die Vielfalt, das oft nicht zeitgleiche Vorhandensein von Blüte und Blattwerk sowie die Zweihäusigkeit – bei Weiden gibt es männliche und weibliche Individuen – erschweren die botanische Bestimmung. Etwas Erfahrung, eine handliche Lupe und eine gewisse Frusttoleranz sind somit Voraussetzung für die systematische Spurensuche. |





