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 Keine Farbe wirkt im Garten feiner, frischer und frühlingshafter als Weiss. Die Blüten weiss blühender Blumen erstrahlen in fast schon mystischer Schönheit. Sie hellen jede dunkle Ecke und Hecke auf. Sie bezaubern alleine oder in Kombination, im Beet oder im Topf auf dem Balkon. Höchste Zeit, der edlen Pracht Platz einzuräumen.
Weiss ist die Farbe des Frühlings. Ein herrlicher Anblick, wenn die Wildkirschen ihre Tausenden von leuchtenden Blüten öffnen und die Buschwindröschen den Waldboden in ein weisses Blumenmeer verwandeln. Alles erwacht aus dem langen Winterschlaf, rein, frisch und so verheissungsvoll, als ob es nie ein Ende gegeben hätte. Keine andere Farbe kommt in unserer heimischen Florenwelt so häufig vor wie Weiss. Die Farbe Weiss als Inbegriff des Lebens, des reinen Lichts. Es ist kein Zufall, dass Weiss die Farbe der wichtigen Stationen eines Menschen ist, wie Taufe, Hochzeit und Tod. ES LOCKT DER WEISSE GARTEN Gärtnerinnen und Gärtner vieler Generationen wurden in den Bann weisser Pflanzen gezogen, und die berühmtesten monochromen Gärten der Welt sind weiss, etwa Sissinghurst Garden im Süden von London. Erschaffen wurde er von Vita Sackville-West und ihrem Mann Harold Nicolson in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Dieser «White Garden» ist das Nonplusultra des Themas. Vita liebte die gestohlenen Stunden in der Abenddämmerung und Nacht, wenn sie alleine durch den Garten spazierte. Bei Mondschein leuchteten die weissen Lilien so verführerisch hell, dass Vita beschloss, einen rein weissen Garten zu gestalten. Vor ihrem weissen Kunstwerk gab es bereits andere solcher Themengärten. Zum Beispiel in Hidcote, dem einflussreichsten Garten seiner Zeit. Er ist durch formal geschnittene Hecken in verschiedene «Zimmer» unterteilt. Eines dieser Gartenzimmer ist ganz in Weiss gehalten und kann heute noch bewundert werden. Bei diesem Thema sollte natürlich auch die Erschafferin unzähliger Staudenrabatten erwähnt werden, Gertrude Jeckyll. Sie befasste sich wie niemand zuvor mit den Farben im Garten. Ihr mahnendes Wort war: «Viele Leute verderben ihr Gartenprojekt wegen eines blossen Begriffs. Ein blauer Garten sollte an erster Stelle nicht nur blau sein, sondern schön!» Sie propagierte also statt monochromer Gärten Farbkompositionen, bei denen immer auch mit den jeweiligen Komplementärfarben gearbeitet wird, um deren Wirkung zu stärken. Das Faszinierende an Weiss erklärt sich durch seine frische und elegante Wirkung. Es schimmert wie feines Porzellan auf dem Teetisch und weist den höchsten Helligkeitswert unter den Farben auf. Streng genommen ist Weiss keine Farbe. Deshalb wird es manchmal als Unbuntfarbe bezeichnet. Weiss zieht die Aufmerksamkeit auf sich in einer Staudenrabatte, doch wirkt es nie so laut wie Gelb oder Orange.
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