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 Nicht nur Igel, auch Falter, Käfer und viele weitere Kleintiere brauchen spezielle Lebensräume. Christine Dobler Gross hat für diese Lebewesen in ihrem Garten wertvolle Biotope geschaffen. Worauf es ankommt, erfahren Sie im folgenden Beitrag.
Der Garten von Christine Dobler Gross und Arno Gross liegt am Rande Zürichs. Am Fuss des nach Süden ausgerichteten Burghölzlihügels und in der Nähe des naturnahen Wehrenbachtobels ist die Chance gross, dass allerlei Tiere zuwandern können. Das Paar erwarb das Haus mit Umschwung und Gartenhaus vor 15 Jahren. Der Garten strahlte bereits eine gute Stimmung aus, es wuchsen darin einheimische Büsche, am Haus Kletterpflanzen, erinnert sich Christine Dobler. Er war verwildert und brauchte Pflege, aber keine völlig neue Gestaltung. «Erst liessen wir ihn so, beobachteten, was alles wuchs und veränderten ihn nach und nach», berichtet die Naturfreundin, die hier mit Gärtnern anfing. Anschauungsunterricht hatte sie allerdings bereits als Kind in Mutters Naturgarten bekommen. Als Erstes leistete sich das Ehepaar einen neuen Sitzplatz aus natürlichen Steinplatten. Die Fugen blieben offen, damit das Regenwasser versickern kann. Das ermöglicht auch allerlei Leben, sei es Pflanzenwuchs, seien es am Boden nistende Insekten. «Man kann sogar wischen, ohne diese zu stören», hat Christine erfahren. Um das Gelände zu gliedern, entstanden neue Trockensteinmauern. Eidechsen blieben allerdings aus, vielleicht der vielen Quartierkatzen wegen. Den Abschluss zur Strasse bilden Sträucher, unter anderem Weissdorn. Am Haus rankt Klematis hoch. Eine Birke, die beim Einzug erst drei Meter mass, ist heute ein stattlicher Baum. Der Plan, sie zu beseitigen, hat sich verflüchtigt. «Sie gehört jetzt dazu, es sitzen auch immer viele Vögel drin», begründet Christine. Noch ungewiss ist die Zukunft der kleinen Lärche, die sich neben der Birke selbst angesiedelt hat. BIOTOPE VOLLER LEBEN Wie weit die Tierwelt in ihrem Garten reicher und vielfältiger wurde, kann Christine Dobler Gross nicht sagen. Denn erst 2006, als die Berufsfrau eine Auszeit nehmen konnte, fand sie Zeit, intensiv hinzugucken. Da aber entdeckte sie eine überraschende Fülle. Nicht nur der Grünraum, sondern auch das im Zentrum stehende massive Gartenhaus entpuppte sich als wichtiges Biotop. Denn da hat es vielerlei Ritzen und Hohlräume, die sich besiedeln lassen. «Einmal beobachtete ich, wie eine Waldmaus Nüsse als Wintervorrat in ein Versteck unter den Ziegeln brachte», erzählt Christine. Dort entdeckte sie auch Nester von Wespen, «und zwar nicht von der lästigen Art, die an den Tisch kommen.» Und sie sah, wie eine Hummel den Hohlraum unter Bodenplatten als Brutstandort wählte. Christine begann, die ihr oft nicht namentlich bekannten Wesen zu fotografieren, konsultierte Fachliteratur und Fachleute. Mit dem neu gewonnenen Wissen gestaltete die Hobbygärtnerin jetzt bewusst weitere Flächen und Nischen, um den Bedürfnissen der faszinierenden Bewohnerschaft noch besser zu dienen. Beispielsweise kaufte und erstellte sie vielfältige Nisthilfen für Wildbienen und -wespen: Tonmaterial und Holzstücke mit Röhrenlöchern sowie Bündel aus hohlen Pflanzenstängeln. Die an der Süd- und Südwestseite des Gartenhauses montierten Niströhren werden grösstenteils genutzt. Auch Hornissen zogen mit der Zeit in den für sie bestimmten Kasten ein. «Ich bin oft unter dem Kasten gestanden und habe beobachtet, wie sie mit ihren Flügeln fächeln, um den Kasten kühl zu halten. Ich bin die ganze Saison nie gestochen worden», betont Christine. Beunruhigend fand sie allerdings, wie viele Insekten die grossen Brummer vertilgen. «Wer Insekten dezimieren will, so bilanziert sie, muss eigentlich einen Hornissenkasten aufhängen.»
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