Bioterra Naturgartentag 2016

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«Planen - Konstruieren - Bauen»

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Am 4. November 2016 fand der Naturgartentag statt.

zhaw_lsfm_iunr_blau_web.pngBioterra Fachtagung in Kooperation mit der ZHAW,
IUNR Institut für Umwelt und natürliche Ressourcen

                                               

Pressespiegel:

- der gartenbau vom 17. November 2016 PDF ansehen
- g`plus vom 22. November 2016 PDF ansehen

Details zum Programm Handout als PDF

 

Alle Bilder von Katharina Nüesch

Freitag, 04. November 2016


09:45        Blackbox Gardening - Gärten mit selbstversamenden Pflanzen gestalten

portrait_anja_loebbecke_web.pngJonas Reif (*1981)studierte Landschaftsarchitektur und -planung in Berlin. Im Anschluss war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Dresden am Lehr- und Forschungsgebiet Pflanzenverwendung tätig. Seit 2011 ist er Chefredakteur der Zeitschrift „Gartenpraxis“ (Ulmer Verlag, Stuttgart). 2014 erschien sein Buch „Blackbox Gardening“, dass mit dem Deutschen Gartenbuchpreis (2015) ausgezeichnet und inzwischen in mehreren Sprachen übersetzt wurde. Er lebt bei Berlin.

Pflanzen, die sich versamen und auf diese Weise dauerhaft erhalten, finden sich in fast jedem Garten. Allein durch ihr scheinbar zufälliges Auftreten verbreiten sie einen natürlichen Charme. Doch längst nicht alle der häufig auch bei Insekten beliebten „Streuner“ sind heimisch. Wie kann man das Potential von Selbstversamern steigern, es gar zum Leitprinzip der Gartengestaltung machen? Und: Ab wann wir das Spiel mit der „flüchtigen Pflanzen“ zur Gefahr?


10:15        Trockenmauerbau - Handwerk und Ästehtik in Garten und Landschaft

portrait_anja_loebbecke_web.pngSimon Winzenried (*1976) ist gelernter Lithograf, absolvierte 2004 Zivildienst bei der Stiftung Umwelteinsatz Schweiz und baut seither Trockenmauern in Gärten und Landschaft. Er ist Fachmann für naturnahen Garten- und Landschaftsbau und seit 2011 Mitinhaber und Geschäftsführer der Salamandra GmbH. Diese ist spezialisiert auf Planung und Ausführung von Trockenmauern und Naturgärten.

Seit Jahrhunderten prägen kunstvoll angelegte Trockenmauern unsere Landschaft. Trockenmauern sind auch zu einem prägenden Element im Naturgarten geworden. Sie bringen Struktur, Wärme und Beständigkeit in den Garten und schaffen ökologischen Mehrwert. Und: Trockenmauern sind schön. Was braucht es für eine erfolgreiche Planung und Umsetzung einer Trockenmauer im Privatgarten? Wie unterscheidet sich die Arbeit in der Landschaft vom Gartenprojekt? Was muss von den Planern beachtet werden damit ein Projekt erfolgreich umgesetzt wird?

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11:00        Schatten konstruieren - über Pergolen, Laubgänge, Sonnensegel und Kleinarchitekturen

portrait_anja_loebbecke_web.pngProf. Peter Petschek (*1959) studierte Landschaftsarchitektur an der TU Berlin und an der Louisiana State University. Nach dem Masterabschluss (MLA) arbeitete er 10 Jahre in Büros in den USA, Deutschland und bei Dieter Kienast (SKK) in Zürich. Seit 25 Jahren ist Peter Petschek Professor am Studiengang Landschaftsarchitektur HSR Hochschule für Technik Rapperswil. Unterrichtsschwerpunkte: Digitale Geländemodellierung, Regenwassermanagement und Ausführungsplanung.

Wer kennt nicht die langen Schatten von Bäumen im Herbst oder die Wohltat, die ein kühler Sitzplatz unter einem Laubengang im Sommer bereiten kann? Dem Phänomen Schatten und dessen konstruktiven Einsatzes im Freiraum näher auf den Grund zu gehen ist das Ziel des Vortrags. Eigentlich sind Bäume die optimalen Schattenspender: Im Winter ermöglichen sie den Lichteinfall, im Sommer schützen sie davor. Aber nicht überall lassen sich Bäume pflanzen, daher übernehmen auch Pergolen, Laubengängen, Sonnensegel und Kleinarchitekturen die Funktion der Schattenspende im Freiraum. Tragwerk und Pflanze in Einklang zu bringen ist die konstruktive Herausforderung.

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11:45        Mitagessen – Die unverkennbare Bio-küche des "Mietkochs" Andi Bossert


13:45        NGL Ausweisübergabe – Die Abschlussarbeiten des Naturgarten-Lehrgangs sind auf Plakatwänden im Foyer zu besichtigen. Die Absolvierenden nehmen die Ausweise entgegen.


14:00        Spiel- und Sinnesplätze erschaffen – Wie ich aus all meinen Erfahrungen schöpfe um den Nagel auf den Kopf zu treffen. Mit der 5D Methode zum Ziel

portrat_manuela_web.pngPascal S. Hänggi ist Geschäftsführer der KuKuk Schweiz GmbH, welche sich als Ziel die Identifikation des Menschen und seine Integration in den Raum setzt. Seine Ausbildung zum Permakulturdesigner führte ihn zur Gründung von LASHAIA öko.logisch. Nachhaltige und kreative Ideen umzusetzen ist Pascal S. Hänggis Passion, Inspiration und Antrieb zugleich.

Dem Anspruch gerecht zu werden nachhaltige Spiel- und Sinnesplätze zu erschaffen ist ein grosses Unterfangen. Um kreativ zu werden braucht es Wissen um so die verschiedenen Ebenen und Themenbereiche zu verknüpfen. Schnell landet man bei seiner Lieblingsidee und weiss kurz darauf, dass diese selten den Wünschen der Nutzer und Auftraggeber entspricht. Aus der Arbeit mit dem grossen Thema Permakultur habe ich mit Partnern die 5D Methode entwickelt, welche mir heutzutage in fast allen Bereichen als einfacher und gewinnbringender Leitfaden hilft, den Nagel auf den Kopf zu treffen.

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5D Planungsmethode PDF


14:45        MFO-Park Zürich – Ein Park-Haus mit 1000 Kletterpflanzen in ca. 100 Sorten

portrat_manuela_web.pngSibylle Aubort Raderschall (*1961) studierte Landschaftsarchitektur an der Hochschule für Technik Rapperswil. Nach ein paar Jahren selbständiger Arbeit gründete Sie mit Roland Raderschall die heutige raderschallpartner ag landschaftsarchitekten. Neben zahlreichen Einsitzen in Wettbewerbsjurys war sie Mitglied in der Naturschutz- und Freiraumkommission der Stadt Zürich und Mitglied der Stadtbildkommission Bern und des Kantons Basel-Stadt. 2002/2003 unterrichtete sie als Gastprofessorin an der Architekturabteilung der EPFL.

Mit dem Umbau des gesamten Stadtteils vom Industriestandort zur Wohn- und Geschäftsstadt wurde die ehemalige Maschinen-Fabrik-Oerlikon zum MFO-Park. Die leerstehenden, lichtdurchfluteten Werkhallen inspirierten das Planerteam dazu, hier ein Äquivalent als Park zu schaffen: Einen grossen, leeren, lichtdurchfluteten Raum, offen für die Interpretation der Nutzer. Eine Kippfigur zwischen Architektur, Platz und Park, ein vertikaler und horizontaler ‚Borderwalk’ durch grüne, blühende und duftende Zwischen-Räume.


15:30        Artenschutz über den Köpfen – Orchideenwiesen inmitten der Stadt

hepeweb_0.pngRafael Schneider absolvierte das Umweltingenieur- Studium an der ZHAW Wädenswil, nach dem Studium war er zuerst wissenschaftlicher Assistent für die Fachstelle Dachbegrünung, anschliessend wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsgruppe Stadtökologie. Seine Hauptinteressen liegen in den Themen: Magerwiesen, einheimische Orchideen, Mykorrhizapilz-Symbiose und ökologische Dachbegrünungen.

Die meisten Orchideen-Arten in der Schweiz sind heute bedroht. Begrünte Dächer können wertvolle Ersatzlebensräume bieten. Auf 31 solchen Dächern wurden 2009 elf einheimische Orchideen-Arten mit insgesamt rund 100 000 blühenden Individuen gefunden. Rafael Schneider  aus der Forschungsgruppe Stadtökologie erklärt wie derartige Dachbegrünungen zu realisieren sind und was bei der Planung besonders zu beachten ist. Beispiele aus den laufenden Projekten gewähren Einblicke in die Arbeit von der Dachabdichtung bis hin zu Wiesen mit seltenen Pflanzenarten auf Dächern.


16:00       Gurtengärtli als Gesellschaftsprojekt – gemeinsam gestalten, nutzen und entwickeln

christa1.pngPascal Pauli (*1982) kam durch die sozialpädagogische Arbeit mit erwerbslosen Jugendlichen in Berührung mit dem Gärtnern. Als Praxiselement im Arbeitsintegrationsprogramm wurden brachliegende Flächen in der Stadt Zürich bewirtschaftet. Im Jahr 2013 hat Pascal Pauli das Projekt Gartenkind ins Leben gerufen. Während den ersten drei Jahren entstanden 68 Standorte, in denen Kinder im Rahmen eines Freizeit-Kurses wöchentlich ihr eigenes Beet hegen und pflegen. 

Im Gurtengärtli stehen Kinder im Mittelpunkt. Sie haben grossen Anteil an der Gestaltung und der Umsetzung des Gartens. Über das Interesse des Kindes werden Ressourcen bei Erwachsenen aktiviert. Der Natur- und Nutzgarten, eingebettet im öffentlichen „Gurten – Park im Grünen“ vereint Fachpersonen und Freiwillige, die sich für die Kinder engagieren. Das Beispiel zeigt praktisch Möglichkeiten auf, wie ein Garten in einem öffentlich zugänglichen Park mit Kindern und verschiedenen Interessengruppen gestaltet, umgesetzt und betrieben werden kann. 

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Für Fragen senden Sie eine E-Mail an Herrn Clemens Bornhauser: c.bornhauser@bioterra.ch